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Wohnungsmarkt Deutschland – neue Modelle & neue Anbieter
Wohnungen und Unterkünfte in touristischen Lagen
werden attraktiv für die Zimmervermittlung. Neue Plattformen mit
Community erobern das Netz. Hausboote im Trend.
9Flats, Lofty, Localo, Wimdu und Airbnb
Der Hotelmarkt wird
hellhörig. Die Immobilienbranche diskutiert. In den ersten Monaten
des Jahres 2011 werben mit viel Marketingbudget neuartige Anbieter der
Zimmervermittlung, Wohnen auf Zeit bzw. möbliertes Wohnen für
ihre Plattformen. Ihre Namen allein klingen schon wie die der
erfolgreichen Mega-Internetbrands ebay, amazon oder yahoo. Sie nennen
sich 9flats, Airbnb, Localo, Lofty und Wimdu.
Ihre Firmenzentralen sitzen in Hamburg, San Francisco, New York, Paris
und Berlin. Sie sind jeder für sich mit Millionen von Dollars und
Euros durch Investoren ausgestattet betreiben in den verschiedensten
Ländern weltweit Vertriebsbüros. Jeder von ihnen setzt auf
eine internationale Kundschaft. Alle konkurrieren hart gegeneinander,
um die absolute Mega-Marke im Wohnungsmarkt zu werden und der
Hotelbranche Kunden abzujagen.
Das eigentliche Geschäft
Inhaber von freiem Wohnraum,
seien es freie WG-Zimmer, ganze Wohnungen oder Häuser, Hausboote
oder anderweitige Schlafmöglichkeiten in Zelten oder
Baumhäusern, stellen ihr Angebot der Übernachtung inklusive
eigenem Profil ein. User erstellen ihr Profil und mieten sich
international Unterkünfte. Eine Bewertung der Community und die
Profile der Vermieter und Mieter schaffen Transparenz über die
Vertragspartner. Das Einstellen ist kostenlos. Bei Vermittlung nehmen
die Portale eine Provision. Teilweise nur vom Vermieter. Aber auch vom
Übernachtenden (gering, ca. 3 %) zusätzlich bei einigen
Portalen.
Warum sind diese Portale attraktiv?
Die klassische Zimmervermittlung hat die Bewegungen im
Netz verschlafen. Jungen Leuten in Deutschland bspw. ist der Weg zu den
Touristeninformationen kaum geläufig. Bekannt sind ihnen im Netz
nur die Suchmaschinen der reichweitenstarken Hotelvermittler wie Expedia, HRS, Trivago oder die TUI,
deren Übernachtungspreise aber weitaus höher ausfallen
gegenüber den Preisen der privaten Anbieter, die sich in der Regel
dadurch einen „kleinen“ Nebenverdienst erwirtschaften. Aber
es sind längst nicht nur die Vermittler von temporär freien
Zimmern in der eigenen Wohnung, die sich bei Wimdu, Airbnb, 9flats,
Localo und Lofty anmelden. Auch Besitzer von Wohnungen sowie ganzen
Häusern und neuerdings auch Hausbooten mit festem Liegeplatz
entdecken eine neue Einnahmequelle. Wenn ihre Immobilien und
Wohnschiffe sich in touristischen Lagen befinden, kann es sich durchaus
rechnen, sie als Ferienimmobile oder Ferienunterkunft möbliert
(preiswerte Ikea Ausstattung) tageweise besser zu vermieten, als sie
dauerhaft einem Mieter zu überlassen.
Auswirkungen auf die Hotelbranche und den Wohnungsmarkt
Den
Hotels gehen vielleicht dadurch besonders Alleinreisende und junge
Reisende verloren. Hostels dagegen haben einen eigenen Spirit für
die jungen Leute, denen es gerade um das Kennenlernen untereinander
geht. Städte wie Berlin besitzen da gerade eine magnetische
Anziehungskraft und bauen ihre Hostels mit den billigeren Zimmerpreisen
aus. Aber der Bedarf an Zimmern ist weitaus höher. Den decken
9flats, Wimdu und die anderen Portale ab. Das wiederum verändert
den Wohnungsmarkt in zentralen Lagen. Erste Mietwohnungen kommen
teilweise nicht mehr in die Angebote der zentralen Immobilienbörse ImmobilienScout24,
obwohl ImmoScout schon immer die Rubrik Wohnen auf Zeit anbietet.
Sicherlich wird der deutsche Immobilienriese den Markt beobachten und
auf den Trend reagieren, wenn die neue Gattung „Wohnen bei
Freunden“ in der Nachfrage explodiert. Ferienhäuser und
Ferienwohnungen als wiederbelebte Rubrik wären da in Kombination
mit WG-Zimmer und Wohnen auf Zeit plus Bewertungen der nächste
Schritt. Das Thema breit zu bewerben, dass sollte für das
erfolgreichste Immobilienportal Europas mit seinen
Scout24-Online-Experten und der riesigen Reichweite im Netz (Top30
deutscher Internetseiten oder Immobiliensuche Top5-Thema dauerhafte
Internetnutzung Nielsen-Ranking) und den erforderlichen Euros für
das Marketing kein Thema sein. Aber www.immobilienscout24.de ist
derzeit nur national aufgestellt. International
„auszurollen“ könnte teuer werden, wenn man bspw. die
90 Millionen US-Dollar Finanzierung von Wimdu bewertet.
Nebeneffekte für neue Suchen wie BestFewo oder Yachtico.com
Bleiben wir in Deutschland. Frisch finanziert wurden auch gerade der Vermittler für Ferienunterkünfte BestFewo
und die internationale Bootesuche Yachtico.com. Über BestFewo wird
gemunkelt, dass die ca. 60.000 Ferienhäuser und Ferienwohnungen in
Deutschland mit weiteren internationalen Angeboten bestückt
werden. Der Vermittler für Buchungsanfragen im Yachtcharter Yachtico.com
hat zwei Wochen nach Start bereits angefangen, international auch den
Markt für den Charter für Hausboote und Bungalowboote
abzubilden. Hausboote, Bungalowboote und Wohnschiffe sind nebenbei
sogar der neue globale Trend des Lebens auf dem Wasser. Neben den
Wohnschiffen in Miami, Paris, Stockholm oder Amsterdam und in den
Metropolen Asiens setzen mittlerweile auch viele Stadtplaner weltweit
auf das Erschließen von Wasserflächen zur Wohnraumnutzung.
Hausboote und Ferienwohnungen
Suchmaschinen wie BestFewo und Yachtico.com erweitern nun den Besitzern
von Wohnungen, Häusern und Hausbooten in Ferienregionen und
angesagten Metropolen die Auslastung ihrer nicht permanent genutzten
Anschaffungen zur Kapitalanlage, wenn sie sich vom
Dauermietverhältnis verabschieden wollen durch Nutzen von Lofty,
Localo, Airbnb, Wimdu und 9flats.
Fazit
Der Käufermarkt von Immobilien und Hausbooten
bekommt eine neue Nachfrage. Baufinanzierer sind bei Kapitalanlegern
gefragt, die verstärkt auf Ferienwohnungen setzen. Der
Mietermarkt in attraktiven Lagen kann durch die Refinanzierung
über Untervermietung belebt werden. Die Tourismusbranche gewinnt
wegen bezahlbarer Unterkünfte.
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